Charlotte Voss
Forensikerin
Sie findet Muster, wo andere nur Chaos sehen. Fünf Fälle. Eine Spur. Und die Frage, ob sie wirklich wissen will, wohin sie führt.
Dein Unternehmen wurde heute Nacht angegriffen. Du weißt es noch nicht.
Aber jemand anderes schon — seit Wochen.
Ransomware bedeutet: Jemand verschlüsselt alle Daten eines Unternehmens — und verlangt Geld dafür, sie wieder freizugeben. Insider-Threat bedeutet: Der Angreifer sitzt nicht draußen. Er hat einen Mitarbeiterausweis, kennt die Abläufe, weiß wo die Schwachstellen sind. Social Engineering bedeutet: Nicht das System wird gehackt, sondern der Mensch. Eine gefälschte E-Mail. Ein Anruf. Ein Moment der Unaufmerksamkeit.
Das alles passiert täglich. In deutschen Unternehmen. In Krankenhäusern, Stadtwerken, Versicherungen, Laboren. Die meisten Opfer schweigen — aus Scham, aus rechtlichen Gründen, aus Angst vor dem Imageschaden.
Aber hinter jedem Angriff steckt mehr als Technik. Ein Mitarbeiter, der seit Jahren übersehen wird. Ein Geschäftsführer, der das Sicherheitsbudget kürzt — weil noch nie etwas passiert ist. Eine Forensikerin, die das Muster sieht, aber niemanden findet, der zuhört. Menschen in Situationen, auf die sie nicht vorbereitet waren. Das ist der Roman.
Was hat dich dazu gebracht, dieses Buch zu schreiben?
Haben Charlotte und du etwas gemeinsam?
Wie nah sind die Angriffe im Buch an der Realität?
Fünf Welten, ein Roman — wie hält das zusammen?
DONE.
Die Maschine summte leise. Ein vertrautes Geräusch, das Versprechen von etwas Gutem. Er stand davor und wartete, während der Kaffee in die kleine weiße Tasse lief. Dunkel, fast schwarz. Die Crema bildete sich wie von selbst, ein heller Rand auf der Oberfläche, perfekt. Er beobachtete, wie die letzten Tropfen fielen, wie sich die Oberfläche kräuselte und dann wieder glättete.
An seinem Handgelenk vibrierte es kurz. Er blickte auf die Smartwatch. Vier Buchstaben auf dem Display.
DONE.
Er nahm die Tasse und führte sie zur Nase. Der Duft stieg auf, bitter und warm, mit einer Note von gerösteten Nüssen und einem Hauch von dunkler Schokolade. Er schloss für einen Moment die Augen und atmete ein. Es gab wenige Dinge, die er sich gönnte. Wenige Dinge, die er brauchte. Das hier war eines davon. Dieser Moment, vor dem ersten Schluck, wenn der Duft alles war und die Welt still stand.
Der erste Schluck war heiß. Er ließ ihn auf der Zunge, spürte die Wärme, die sich ausbreitete, den Geschmack, der sich entfaltete. Bitter zuerst, dann voller, runder. Gut.
Bronco hatte geliefert. Wie immer. Die Nachricht auf der Smartwatch kam von ihr — das vereinbarte Signal. Alles sauber, alles abgeschlossen, keine losen Enden.